Heute Abend findet unser Vortrag zum Thema „Vorzeitige Einschulung“ statt:
Wann: am 20.09.2007 um 20:00 Uhr
Wo: Familienzentrum KiTa Norfbachaue, An der Norf 10 in 41469 Neuss
Referentin: Elisabeth Nawroth, 2. Vorsitzende der DGhK Rhein-Ruhr
Eintritt: 3 € pro Person
Inhalt:
Schon im Vorschulbereich machen sich hochbegabte Kinder durch ihre eigenen Charakteristiken und Ansprüche bemerkbar. Viele Eltern, ErzieherInnen oder LehrerInnen werden mit der Frage konfrontiert, ob das Kind früher als gesetzlich vorgesehen eingeschult werden soll/kann. Besonders die Entwicklungsunterschiede im intellektuell-kognitiven Bereich einerseits und im emotional-sozialen Bereich andererseits führen bei Eltern und ErzieherInnen oft zu Unsicherheiten und Fehleinschätzungen. „Endet“ die Kindheit wirklich mit einem frühen Schuleintritt? Zwingt man das Kind zu früh, „dem Ernst des Lebens“ entgegenzutreten? Ist das Sozialverhalten des Kindes gereift genug, um in der Schule zurecht zu kommen? Sollte lieber gewartet und gegebenenfalls eine Klasse übersprungen werden? Was „passiert“ bei einem Kind, wenn eine Klassenstufe durch springen „ausgelassen“ wird?
Dieser Abend bietet Eltern, ErzieherInnen oder sogar LehrerInnen die Gelegenheit, Informationen einzuholen und Vorurteile oder Missverständnisse zu durchleuchten.
Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme und auf einen spannenden Abend mit vielen Informationen!
Viele Grüße
Jutta Schneider vom Schlaukopf Neuss – Team
Liebe Eltern und Interessierte,
der Vortrag war ein absoluter Erfolg!
Unsere Dozentin Frau Nawroth hatte eine unglaublich erfrischende und sachkundige Art, das Thema der frühen Einschulung zu erklären. Sie ist selbst Mutter von 4 hb Töchtern, kann also aus eigener Erfahrung allein schon viel berichten. Außerdem ist sie Sozialarbeiterin und befasst sich schon seit ca. 25 Jahren mit der Thematik HB.
Fazit des Abends:
- Frau Nawroth vertritt die Ansicht, dass eher früher als später eingeschult werden sollte.
- Argumente wie “ Sozialverhalten“ sollten keine Begründung für das Nicht-Einschulen sein, da Gleichaltrige den hb Kindern oft nicht gewachsen sind, wie also soll sich ein hb Kind mit einem „normalen“ auseinandersetzen lernen? Das schafft es eher mit älteren Kindern!
- Die erste Klasse ist für die meisten hb Kinder keine intellektuelle Herausforderung. Die Kinder gehen oft mit sehr hohen Erwartungen in die Schule in der Hoffnung, endlich etwas Futter fürs Gehirn zu erhalten. In dieser Erwartung werden sie gründlich enttäuscht, da sie das meiste, was in der ersten Klasse gelehrt wird, bereits seit langem können. Dadurch wird das Aussitzen der einzelnen Stunden für diese Kinder oft zur Tortur, sie fallen entweder unangenehm auf oder ziehen sich und ihr Können völlig zurück.
- Frau Nawroth empfiehlt in dem Fall, dass Kinder, bei denen die vorzeitige Einschulung angestrebt werden soll, nach Ostern oder Pfingsten als Besuchskind die erste Klasse besuchen. Versicherungstechnisch ist so etwas erlaubt und möglich, die Schule muss nur mitspielen! Nach diesen Wochen der ersten Klasse wird das Kind dann gleich in die zweite Klassenstufe eingeschult. In diesem Falle würde der „Stress“, der beim Klassenwechsel entsteht, wegfallen.
- Die Schullaufbahn wird für viele Kinder sehr problematisch werden. Das begründet sich durch die Schulform in Deutschland, mit extrem schwachen bis extrem intelligenten Kinder in einer viel zu großen Klasse. Leider lässt oftmals auch das Lehrpersonal sehr zu wünschen übrig. Man kann sagen, wenn das Zwischenmenschliche zwischen Lehrer und Schüler und auch zw. Lehrer und Eltern einigermassen funktioniert, wird das Kind die Schule auch einigermassen gut durchstehen können.
- Aus diesen Gründen können auch Schul- und Klassenwechsel zu einem festen Bestandteil im Leben ihres Kindes werden.
TOI TOI TOI
Ich wünsche allen Eltern Glück mit dem/der LehrerIn und dem/der RektorIn sowie eine funktionierende Schullaufbahn für Ihre Kinder!
Schade ist nur, dass solche Erkenntnisse nicht Grundlage sind, einmal über unser Schulsystem nachzudenken und es nachhaltig zu ändern, damit wirklich jedes Kind nicht nur ein Recht auf individuelle Förderung hat, sondern auch in den Genuss dieses Rechtes kommt. Eltern hochbegabter Kinder kämpfen immer noch viel zu oft an einsamer Front gegen Windmühlen an. Ich könnte Romane darüber schreiben.
Ein schönes Wochenende
und weiterhin viel Erfolg
bei eurer Arbeit
Sabine
Ja, das scheint besonders in NRW ein großer Mißstand zu sein. In anderen Bundesländern sind sie schon viel fortschrittlicher. Ich weiß z.B. dass es im Saarland eine geförderte Maßnahme für HB-Kids gibt!
Da werden die Kinder dem Jugenamt vorgestellt, („Beweise“ für HB müssen allerdings erbracht werden) und dann dürfen diese Kinder einmal in der Woche in eine besondere Schulmaßnahme für HB’s, statt in die normale Schule. Auch nachmittags finden dann ein bis zweimal in der Woche Fördermaßnahmen für diese Kinder statt. Und alles wohlgemerkt finanziert vom Jugendamt!!!
Davon können wir hier leider nur träumen!
gut, dass ich diese Seite gefunden habe. Wir leben im Erftkreis. Mit der Einschulung unseres Sohnes Jon geb. 14.06.2001, besucht die 2. Klasse, fingen die Probleme an.
Bei Jon wurde sehr früh festgestellt, dass er im mathematischem Bereich hochbegabt ist >139 und in anderen Bereichen überdurchschnittlich begabt. Er langweilte sich sehr im Kiga und wollte in die Schule. Nach langem Kampf haben wir ihn mit fünf eingeschult. Leider ist auf Jons Begabung nicht eingegangen worden. Es hieß immer nur; er ist zu schwach im sozialem Bereich und deswegen ein Störfaktor in der Klasse. Jon hat keinen Respekt vor den Lehrern und stört den Unterricht, weil er, dass was ihm durch den Kopf geht auch immer sofort loswerden will. Leider hat er keine Schulfreunde.
Die Eltern hatten sich bereits zusammengetan, um Jon aus der Schule zu bekommen. Der Schulleiter machte den Vorschlag, ihn auf die Schule für schwererziehbare als letzten Ausweg zu bringen. Jon ist in Schulpsychologischer Behandlung.
Was ist das Problem? Unser Sohn ist ein aufgewecktes, wissbegieriges Kerlchen. Anfangs hatte er viel Spass in der Schule. Leider langweilte er sich schnell. Anstatt dass er aber mehr Futter bekam, bestanden die Lehrkräfte darauf, dass er erst das macht, was auch die anderen Kinder machen. Das Ergebnis, Jon verweigerte den Unterricht. Er machte einfach nicht mehr mit und verspottete die Lehrer. Aus Frust, das die Kinder mit ihm nicht spielen wollten, kam es vor, dass Jon aggresiv wurde. Nein, er ist kein Schläger. Aber er haut dann doch mal schneller zu, als andere. Schnell sprach sich Jons Verhalten in der Schule herum. Er fasst dort keinen Fuss mehr und ist totunglücklich.
Wir als Eltern haben unsere Entscheidung der frühzeitigen Einschulung bereits in Frage gestellt. Eigentlich kommt nur noch die Umschulung in Frage, aber das kann doch nicht der Weg sein???? Wir stehen ziemlich allein da mit dem Problem. Finden keine Unterstützung sondern nur Vorhaltungen. Fraglich ist nur, ob es anders gelaufen wäre, hätten wir ihn ein Jahr später eingeschult. Das Problem ist, dass die Schulen überfordert sind mit solchen Kindern. Ein individueller Unterricht wäre nötig. So wie es im GG steht. Jedes Kind hat ein Recht auf individuelle Förderung. Das ist aber nicht möglich. Wie auch??? Bei den Klassengrössen und unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Aber was kann man tun, um allen gerecht zu werden?
@mia
dem schließe ich mich an…schön das ich diese Seite gefunden habe
Ich habe zwei Söhne die überdurchschnittlich begabt sind, ich spreche ungern von Hochbegabung da diese Zahl nicht aussagefähig ist. Sie sind schlau erfassen Dinge schneller gehen tiefer und sehen weiter, lernen leichter sind dadurch aber nicht unweigerlich besser.
Sohn Nr.2 sollte vorzeitig eingeschult werden, nachdem wir bei Sohn Nr.1 schon selten dusselig aus der Wäsche schauten. Er verweigerte sich komplett im Unterricht der GS. Stand die ganze Zeit, sitzen fand er doof, verschränkte die Arme bei Arbeiten und sagte auf die Frage wann er denn anfange : 10 Minuten reichen locker!
Wir wollten alles besser machen, meldeten also Nr.2 zum Eingangstest an da war er noch nicht einmal 5. Außer Frage bestand er diesen „Test“. Und doch habe ich es nicht getan…..der Junge konnte keine Hose zumachen, keine Schleife binden, beim einschenken eines Glases mit Sprudel schwappte die Hälfte daneben, sein Laufstil war der einer Ente mit gebrochen Fuß. Jedoch redete ununterbrochen, rechnete schrieb und las……aber im Kontakt mit anderen Kinder war es aus, nur zu Haus mit seinem Bruder da war er er selbst. Ich nahm die Anmeldung zurück……und ich habe es bereut.
Der offizielle erste Schultag mit Schultüte Gottesdienst wurde heiß ersehnt, er fieberte dem Großereignis entgegen und……wurde bitterlich enttäuscht. Seine Schultüte schmiss er ohne sie aufzumachen in die Ecke und sagte nur :
“ In den Schei..laden geh ich nicht mehr hin, nicht mit mir!“
Und seitdem muss ich jeden Morgen mehr oder weniger betteln das er aufsteht und zur schule geht und das seit 7 Schuljahren, er stellte in der Schule das Reden ein, hat kaum Kontakt zu seinen Schulkollegen, (die verstehen mich sowieso nicht), zittert wenn man ihn anspricht und bringt Leistungen nach Hause die unterschiedlicher nicht sein können. Wenn er einen guten Tag hat, sprich er geht gern, dann ist er voll dabei, wenn nicht dann blockt er und verweigert jede Antwort. Er schreibt nur im Telegramm stil und rechnet nur dann wenn die Aufgabe ihm gefällt……..Hausaufgaben macht er …aber nicht zu Hause, in derschule sieht das auch keiner, aber sie sind da,,,wo er sie macht weiss der Geier, aber alles nur damit es kein Brief gibt, kurz und knapp, wahrscheinlich in dem Moment indem der Lehrer sie an die Tafel schreibt…
So kämpfe ich jeden Tag aufs Neue und suche eine passende Schule für den Sommer.
Sohn NR.1 ist da anders er schüttelt alles aus dem Ärmel, schnell präzise und nutzt die Zeit zum Leben, lernt Chinesisch seit der 5.Klasse (private Schule).
Ich gebe die Hoffnung nicht auf und freue mich so das es solche Seiten wie diese gibt.
Liebe Grüße Bonafilia